Die nächsten Veranstaltungen in unserer Region

Keine Veranstaltungen gefunden

Öbsterfest in Kirchheilingen erinnert an alten Beruf

(Bericht der Thüringer Allgemeinen vom 30. September 2019 von Sabine Spitzer)

Heimatverein Kirchheilingen organisiert Veranstaltung mit der Stiftung Landleben und der Landfactur, um das Dorfleben zu bereichern

 ce7424e4 e30d 11e9 a1d7 cc072571f2ac
Heimatvereinschef Hartmut Dölle zeigt mit Monika Lenzer (Mitte) und Helga Dietrich und einige der Obstsorten, die in und um Kirchheilingen wachsen. Foto: Sabine Spitzer

Prinz Albrecht von Preußen wächst in Kirchheilingen. „Das ist ein typischer Apfel für die Region“, sagt Hartmut Dölle, der Vorsitzender des örtlichen Heimatvereins ist. Zu DDR-Zeiten hieß die Sorte Albrecht-Apfel. „Weil die Adelstitel nicht erwünscht waren“, erklärt Dölle.

Er war am Sonntag wieder für die Apfel-Theke zuständig. Denn der Heimatverein lud zusammen mit der Stiftung Landleben und der „Landfactur“ der Agrargenossenschaft zum Öbsterfest ein. An 30 Ständen gab es unter anderem selbst gemachte Marmeladen, hübsche Dekorationen, herbstliche Früchte und Gemüse sowie einen Flohmarkt.

2003 hatte der Heimatverein die Idee, das Leben im Dorf mit einem Fest zu bereichern. Die ersten Veranstaltungen fanden auf dem Guthof statt und waren mehr eine Tauschbörse, bei der Pflanzen die Besitzer wechselten und unbekannte Obstsorten von Experten bestimmt wurde.

Als dann 2008 am „Alten Speicher“ das Öbsterstübchen eröffnet wurde, zog das Fest in die Bahnhofstraße und hieß ab da Öbsterfest, um an die Tradition zu erinnern. Denn: „Früher gab es viele Öbster in Kirchheilingen, die vom Obstverkauf lebten“, erklärte Dölle. Rund um den Ort gab es etliche Streuobstwiesen und Feldwege, an denen Obstbäume wuchsen. Auch die Gemeinde habe früher Obstplantagen verpachtet.

Deshalb hat Kirchheilingen bis heute eine echte Rarität – den Kirchweihapfel. Zwei Exemplare der Sorte, die lange als verschollen galt, blieben erhalten. Ein Baum stehe im Blankenburger Tal, der zweite in einem Privatgarten am Schambach. Der Herbsleber Baumschule gelangen durch Reiser dieser Bäume Nachzüchtungen.

Den Kirchweihapfel hatte Dölle am Sonntag nicht auf seiner Apfel-Theke. „Es ist auch kein gutes Apfeljahr“, so der Heimatvereinschef. Gründe seien die Trockenheit und das Hagelwetter im Frühjahr, das die Früchte schädigte.

Dölle, der nur Äpfel aus seinem eigenen Garten isst, freute sich, dass wieder viele Besucher zum Öbsterfest kamen.