Berichte aus den Dörfern (Kirchheilingen, 22. März 2019)

Kirchheilinger Heimatverein sammelt für Mühlstein

(Bericht der Thüringer Allgemeinen vom 22. März 2019 von Sabine Spitzer)

Es ist ein erster Schritt auf dem Weg zur Waidmühle. Die Mitglieder wollen die Erinnerung an die Tradition wachhalten, für die heute noch Straßennamen Beleg sind.

In Craula steht ein Mühlstein als Denkmal am Anger. Auch mit einer solchen Konstruktion könnte sich der Heimatverein arrangieren.   Foto: Klaus Wuggazer

In Craula steht ein Mühlstein als Denkmal am Anger. Auch mit einer solchen Konstruktion könnte sich der Heimatverein arrangieren.   Foto: Klaus Wuggazer

Kirchheilingen. Mit der Errichtung einer Waidmühle hat sich der Heimatverein Kirchheilingen ein großes Ziel gesetzt. Die Mitglieder treiben ihr Projekt zügig voran und klopfen bereits Möglichkeiten ab, Fördermittel zu bekommen.

Auch den Gemeinderäten haben sie ihr Vorhaben vorgestellt. Laut Bürgermeister Jan Behner (parteilos) stieß dort das Projekt auf Zustimmung. Aber Hoffnung auf finanzielle Unterstützung aus dem Gemeindehaushalt kann er dem Heimatverein in Kirchheilingen derzeit nicht machen. Denn wegen der Sanierung der Schule und des geplanten Baus des Schwimmbad-Sozialgebäudes greift die Gemeinde in diesem Jahr in die Rücklagen, die erst wiederaufgebaut werden müsse.

Behner bedauert das selbst. Er ist auch Mitglied im Heimatverein und findet es wichtig, dass die Erinnerung an die Waidtradition in Kirchheilingen wachgehalten wird. Mitte des 19. Jahrhunderts war sie zu Ende gegangen. Heute sind nur noch Straßennamen wie die Waidpforte Beleg für die Verarbeitung von Färberwaid. Behner will daher den Verein unterstützen, indem er über die Gemeinde versucht, weitere Fördermittel zu beantragen.

Der Heimatverein selbst sammelt weiter Spenden, bis jetzt kamen mehr als 500 Euro zusammen. Größter Wunsch wäre eine funktionsfähige Waidmühle, bei der mit einem Pferd Schauvorführungen gezeigt werden könnten. Vorbild dafür ist die Waidmühle in Ballstädt im Landkreis Gotha . Bereits vor Jahren war ein Kostenvoranschlag eingeholt worden. Er belief sich auf 30.000 Euro. Helga Dietrich vom Verein vermutet, dass der Preis inzwischen gestiegen ist und das Geld nicht mehr reichen würde. Daher haben sich die Mitglieder auch über andere Möglichkeiten informiert. Mit einem feststehenden Mühlstein könnten sie sich arrangieren. Ein solcher steht etwa in Craula im Wartburgkreis.

Zwischenziel ist für den Verein vorerst, das Geld für einen Friedewalder Quarzsandstein zusammenzubekommen. Denn aus diesem Material bestanden einst die Waidsteine, es ist hochwertig und langlebig. Mit einem solchen Stein könnte eine funktionsfähige Waidmühle betrieben werden. Kosten soll er laut Voranschlag 7230 Euro. Wie Helga Dietrich informiert, hat der Verein aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben, womöglich einen alten, gebrauchten Waidstein zu finden, der vielleicht günstiger ist.

Sabine Spitzer / 22.03.19