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Berichte aus den Dörfern (Tottleben, 5. Februar 2020)

(Bericht der Thüringer Allgemeinen vom 05.02.2020 von Sabine Spitzer)

Bürgermeister: „Tottleben ist nicht pleite“

 

Tottleben.  Die Gemeinde Tottleben muss ein Haushaltssicherungskonzept aufstellen, weil sie vor zwei Jahren mehr Ausgaben als Einnahmen hatte.

Tottleben BM

Bürgermeister Steffen Mörstedt (Freie Wähler) ist zuversichtlich, dass das Haushaltssicherungskonzept in zwei bis drei Jahren schon Geschichte ist. Foto: Sabine Spitzer

Die Gemeinde Tottleben will das von der Kommunalaufsicht geforderte Haushaltsicherungskonzept (HSK) aufstellen. Wie Bürgermeister Steffen Mörstedt (Freie Wähler) informiert, habe man sich gegen einen Widerspruch entschieden. Denn das Verfahren würde etwa 3000 Euro kosten. „Das wollten wir nicht ausgeben“, sagt er.

„Tottleben ist trotzdem nicht pleite“, wehrt Mörstedt sich gegen den Eindruck, der in Tottleben entstanden ist. Denn die Gemeinde soll das HSK aufstellen, weil sie 2018 mehr Geld ausgegeben als sie eingenommen hat. Wie der Bürgermeister informiert, war der Grund eine Rückzahlung der Gewerbesteuern in Höhe von rund 40.000 Euro, die plötzlich fällig geworden war. Bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit stand dann ein Fehlbetrag in Höhe von mehr als 6000 Euro. Das hat noch immer Auswirkungen auf den aktuellen Haushalt für 2020. Wie auch die Zahlungen für die Zuschüsse der Gemeinde für Kindereinrichtungen. Laut Mörstedt werden diese immer an Zahlen aus den Vorjahren angelehnt, was auch viele andere Gemeinden bereits in Finanznot brachte.

Laut Bürgermeister hat die Gemeinde aktuell einen Schuldenstand von knapp 10.000 Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 70 Euro pro Einwohner. „Damit sind wir deutlich unter dem Thüringer Durchschnitt“, so Mörstedt. Denn die liegt im Freistaat bei 808 Euro.

„Das Land sollte die Kommunen so aufstellen, dass das Geld ausreichend ist“, kritisiert Mörstedt die geringen Schlüsselzuweisungen, die sich für Tottleben auf 34.200 Euro belaufen. Denn diese reichen nicht aus, um die Kosten zu decken. Die Gemeinde zahlt 42.500 Euro an den Kreis als Umlage, dazu noch 7600 Euro Schulumlage. Die Umlage für die Verwaltungsgemeinschaft Bad Tennstedt beläuft sich auf 23.000 Euro.

Um mehr Einnahmen zu erzielen, möchte Tottleben zwei weitere Windräder aufstellen lassen. „Mit vier Anlagen wäre der Haushalt ausgeglichen“, erklärt der Bürgermeister. Doch der Ort wurde bisher nicht bei der Planung von Vorranggebieten berücksichtigt.

Deshalb muss Tottleben weiter sparsam sein, auch bei den sogenannten freiwilligen Aufgaben. Lediglich für das Dorffest leistet sich die Gemeinde als Zuschusszahlung von 400 Euro sowie für Vereine und Senioren je 200 Euro.

 

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